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Zeitumstellung 2026: Funk- und Pendeluhren automatisch umschalten

10. September 2026

Zeitumstellung 2026: Funk- und Pendeluhren automatisch umschaltenImagen generada con IA

Zweimal im Jahr stellt sich dieselbe Frage: Welche Uhren im Haushalt schalten von selbst um, welche muss man anfassen, und wie geht man dabei vor, ohne das Werk zu beschädigen? Bei Pendeluhren ist die Antwort besonders heikel, weil ein falscher Handgriff das Pendel aus dem Takt bringt oder die Hemmung belastet. Bei Funkuhren lautet die Antwort meistens "nichts tun", aber eben nicht immer.

Dieser Artikel erklärt, was am 29. März 2026 genau passiert, wie das DCF77-Signal die Zeitumstellung bei Funkuhren steuert, wie man eine Pendeluhr sicher auf Winterzeit oder Sommerzeit umstellt, und was zu tun ist, wenn die Funkuhr nach dem Umstellungstermin noch die falsche Zeit zeigt. Am Ende finden Sie eine Übersicht für Quarz- und Automatikuhren, die keine Funkfunktion haben.

Zeitumstellung 2026: Datum, Richtung und was sich ändert

Die Sommerzeit beginnt in Deutschland und den meisten europäischen Ländern am letzten Sonntag im März. Im Jahr 2026 ist das der 29. März 2026: Um 2:00 Uhr Ortszeit werden die Uhren auf 3:00 Uhr vorgestellt. Die Nacht ist eine Stunde kürzer. uhrzeit.org listet die genauen Umstellungszeitpunkte für alle europäischen Zeitzonen.

Die Rückumstellung auf Winterzeit findet am letzten Sonntag im Oktober statt, also am 25. Oktober 2026. Dann werden die Uhren um 3:00 Uhr auf 2:00 Uhr zurückgestellt, die Nacht wird eine Stunde länger. Für die meisten Uhren gilt: Vorwärtsstellen ist unkritisch, Rückwärtsstellen kann bei mechanischen Werken Probleme bereiten.

Termin 2026 Richtung Uhrzeit (Ortszeit) Ergebnis
29. März 2026 (Sonntag) Vorwärts (Winterzeit → Sommerzeit) 2:00 Uhr → 3:00 Uhr Nacht eine Stunde kürzer
25. Oktober 2026 (Sonntag) Rückwärts (Sommerzeit → Winterzeit) 3:00 Uhr → 2:00 Uhr Nacht eine Stunde länger

Wie Funkuhren den DCF77-Empfang nutzen und wann sie umschalten

Das DCF77-Signal ist ein Langwellensignal auf 77,5 kHz, das von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) über einen Sender in der Nähe von Mainflingen bei Frankfurt ausgestrahlt wird. Es kodiert in seiner Amplitudenmodulation unter anderem Stunden, Minuten, Datum, Wochentag und einen Vorankündigungsmarker für die bevorstehende Zeitumstellung. Eine Funkuhr empfängt dieses Signal und setzt die internen Zeiger oder das Display entsprechend.

Der Umschaltzeitpunkt ist im Signal fest vorgegeben: Die Uhr stellt sich genau dann um, wenn das Signal den Übergang ankündigt, also in der Nacht vom 28. auf den 29. März um 2:00 Uhr. In der Praxis suchen die meisten Funkuhren das Signal in den frühen Morgenstunden, typischerweise zwischen 1:00 und 3:00 Uhr, weil die Empfangsbedingungen nachts besser sind. Stellt die Uhr erst nach dem eigentlichen Umstellungszeitpunkt einen erfolgreichen Empfang her, zeigt sie trotzdem die richtige Sommerzeit, weil der Zeitcode das bereits enthält.

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Wichtig zu verstehen: Die Funkuhr läuft zwischen den Empfangsfenstern wie eine gewöhnliche Quarzuhr weiter. Sie korrigiert sich nur dann, wenn ein auswertbarer Signalempfang stattgefunden hat. Ohne Empfang driftet sie mit der normalen Quarzungenauigkeit von wenigen Sekunden pro Monat.

Pendeluhren manuell umstellen: Schritt für Schritt ohne Schäden

Viele Pendeluhren am Markt verfügen heute über ein Funkwerk, das die Zeitumstellung automatisch übernimmt. Wer hingegen eine Pendeluhr mit rein mechanischem oder Quarzwerk ohne Funkempfang besitzt, muss selbst Hand anlegen. Dabei gelten einige Regeln, die das Werk schützen.

Vorwärtsstellen: der sichere Weg

Mechanische Pendelwerke dürfen grundsätzlich vorwärts gestellt werden, also in Gangrichtung der Zeiger. Für die Sommerzeit bedeutet das: den Minutenzeiger eine Stunde nach vorne drehen und dabei langsam genug vorgehen, dass das Schlagwerk bei jeder Viertelstunde oder vollen Stunde vollständig ablaufen kann, bevor man weiterdreht. Wer das Schlagwerk überspringt, riskiert, dass Hammer und Schlagfeder gegeneinander blockieren.

Rückwärtsstellen: lieber zwei Stunden vorwärts

Die Rückumstellung auf Winterzeit ist die heikelere Aufgabe. Mechanische Pendelwerke sollten nie rückwärts gestellt werden. Die korrekte Methode: den Minutenzeiger um elf Stunden vorwärts drehen, also einmal fast durch das gesamte Zifferblatt, bis die Uhr eine Stunde weniger zeigt als zuvor. Das dauert länger, schont aber Hemmung, Räderwerk und Schlagmechanismus.

Pendel stoppen und neu anstoßen

Während des Stellvorgangs muss das Pendel nicht zwingend gestoppt werden. Es ist jedoch sinnvoll, die Uhr kurz anzuhalten, wenn man das Gehäuse dabei bewegen muss, etwa zum Öffnen der Pendeltür. Nach dem Schließen stößt man das Pendel mit einem gleichmäßigen, mittelgroßen Ausschlag an. Der gleichmäßige "Tick-Tack"-Rhythmus zeigt, dass die Uhr wieder im Takt schwingt.

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Wer eine Funk-Pendelwanduhr besitzt, muss sich um nichts davon kümmern. Der interne Empfänger regelt die Umstellung in der Nacht automatisch. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einstellen von Pendeluhren und Funk-Großuhren finden Sie im Artikel Pendeluhr und Funkgroßuhr einstellen: Schritt für Schritt.

Wenn die Funkuhr nicht umschaltet: häufige Ursachen und Abhilfe

Es gibt Situationen, in denen eine Funkuhr nach dem Umstellungstermin noch die alte Zeit zeigt. Das hat fast immer eine von vier Ursachen.

Ursache Symptom Abhilfe
Schlechter Empfangsort Uhr läuft, korrigiert sich nicht Uhr näher ans Fenster, weg von Metallrahmen oder Betonwänden
Störsignal in der Nähe Empfang beginnt, bricht ab Abstand zu WLAN-Routern, Schaltnetzteilen und LED-Trafos vergrößern
Batterie schwach Uhr läuft langsam oder bleibt stehen Batterie wechseln, danach wartet die Uhr auf das nächste Empfangsfenster
Manuelle Einstellung überschrieben Uhr zeigt nach manuellem Stellen falsche Zeit Funkerzwingung per Taste auslösen (je nach Modell: "SET"-Taste gedrückt halten)

Wer im Büro eine Funkwanduhr betreibt und regelmäßig Empfangsprobleme hat, findet weitere Hinweise im Artikel Funkwanduhren fürs Büro: Sekundengenau ohne Handeinstellung.

Ein manueller Synchronisationsversuch lässt sich bei den meisten Funkuhren durch langen Druck auf eine Taste auslösen. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob am Aufstellungsort überhaupt ein auswertbares Signal ankommt. Ist der Empfang dauerhaft schlecht, hilft nur ein anderer Standort oder eine Uhr mit einem stärkeren Empfänger.

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Quarz- und Automatikuhren: einmalig von Hand zurückstellen

Armbanduhren ohne Funkempfang müssen zur Sommerzeit einmalig eine Stunde vorgestellt und zur Winterzeit eine Stunde zurückgestellt werden. Für Quarzuhren ist das unkritisch: Krone herausziehen, Zeiger in die richtige Position drehen, Krone zurückdrücken. Dabei sollte man die Krone nie in einer Stellung lassen, die das Dichtungssystem belastet.

Automatikuhren: Rückstellen mit Vorsicht

Bei mechanischen Automatikuhren gilt: nie rückwärts durch die Mitternachtszone drehen, also den Bereich zwischen etwa 21:00 und 3:00 Uhr, weil dabei das Datumschaltrad belastet werden kann. Zur Winterzeit, wenn man um eine Stunde zurückstellt, gibt es zwei sichere Methoden:

  • Zeiger um elf Stunden vorwärts stellen, bis die Uhr eine Stunde früher zeigt als zuvor.
  • Zeiger in der Region zwischen 3:00 und 21:00 Uhr um eine Stunde zurückstellen, sofern kein Datum betroffen ist.

Ob ein Automatikwerk einen Schnellschalter für das Datum hat und wie empfindlich es auf Rückwärtsdrehen reagiert, hängt vom Kaliber ab. Gängige Werke wie das Miyota 8215 oder das Seiko NH35 tolerieren leichtes Rückwärtsstellen außerhalb der Schaltzone. Im Zweifel ist die Vorwärtsmethode immer die sicherere Wahl.

Uhrtyp Zeitumstellung automatisch? Empfohlene Methode bei manueller Umstellung
Funkuhr (DCF77) Ja, in der Nacht zum Umstellungstermin Nichts tun; bei Fehler: Standort prüfen, Batterie wechseln
Funk-Pendeluhr Ja, automatisch Nichts tun; bei Fehler: Empfang prüfen
Mechanische Pendeluhr Nein Vorwärts über das volle Schlagwerk drehen
Quarzuhr (ohne Funk) Nein Krone ziehen, Zeiger vorwärts oder rückwärts stellen
Automatikuhr Nein Immer vorwärts stellen; Schaltzone meiden
Solaruhr mit Funk (z. B. Multiband) Ja Nichts tun; Ladestand prüfen, wenn kein Empfang erfolgt
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Häufig gestellte Fragen

Wann genau stellt sich eine Funkuhr 2026 um?
In der Nacht vom 28. auf den 29. März 2026, sobald die Uhr das DCF77-Signal erfolgreich empfängt und auswertet. Das geschieht in der Regel zwischen 1:00 und 4:00 Uhr morgens. Morgens um 6:00 Uhr sollte die Uhr die Sommerzeit zeigen. Falls nicht, liegt ein Empfangsproblem vor.
Muss ich bei einer Funk-Pendeluhr das Pendel für die Zeitumstellung stoppen?
Nein. Eine Funk-Pendeluhr regelt die Zeitumstellung elektronisch, ohne dass der Pendelmechanismus dabei beeinflusst wird. Das Pendel schwingt durch, die Elektronik korrigiert die angezeigte Zeit intern. Ein manueller Eingriff ist nicht nötig und sollte vermieden werden.
Kann ich eine mechanische Pendeluhr zur Winterzeit rückwärtsstellen?
Das ist nicht empfohlen. Mechanische Pendelwerke sind für den Betrieb in Gangrichtung konstruiert. Rückwärtsstellen belastet Hemmung und Räderwerk und kann bei Schlagwerken zu Blockaden führen. Die sichere Methode ist, elf Stunden vorwärts zu drehen und dabei an jeder Viertelstunde und vollen Stunde das Schlagwerk vollständig ablaufen zu lassen.
Was bedeutet DCF77 genau?
DCF77 ist die Kennung des deutschen Zeitzeichensenders: D für Deutschland, C für Langwelle, F für Frankfurt (der ursprüngliche Standort der PTB), 77 für die Trägerfrequenz von 77,5 kHz. Der Sender steht in Mainflingen bei Frankfurt und überträgt die gesetzliche Zeit für Deutschland. Das Signal ist tagsüber bis etwa 1.500 km Entfernung und nachts noch weiter empfangbar.
Schalten Solaruhren mit Multiband-Funk ebenfalls automatisch um?
Ja, wenn sie einen Funkempfänger eingebaut haben. Solche Uhren empfangen je nach Modell neben DCF77 auch andere Zeitsignalsender wie WWVB (USA), JJY (Japan) oder MSF (Großbritannien). Für den europäischen Betrieb ist DCF77 der relevante Sender. Voraussetzung für die Automatikumstellung ist ausreichender Ladestand und ein empfangsgerechter Standort.
Darf ich eine Automatikuhr zur Winterzeit um eine Stunde rückwärtsstellen?
Das hängt vom Kaliber und der Tageszeit ab. Außerhalb der Datumschaltzone (grob zwischen 21:00 und 3:00 Uhr) tolerieren die meisten Automatikwerke leichtes Rückwärtsstellen. Trotzdem ist die Methode "elf Stunden vorwärts" immer die sicherere Wahl, weil sie das Datumsrad nicht belastet. Bei Unklarheit über das eingebaute Kaliber sollte man immer vorwärts stellen.
Wie lange dauert es, bis eine Funkuhr nach einem Batteriewechsel wieder die richtige Zeit zeigt?
Nach dem Einlegen einer neuen Batterie startet die meisten Funkuhren automatisch einen Empfangsversuch. Je nach Empfangsbedingungen und Tageszeit kann das zwischen wenigen Minuten und mehreren Stunden dauern. Nachts sind die Bedingungen am besten. Einige Modelle bieten eine Taste zum manuellen Starten des Empfangs. Bis zum erfolgreichen Empfang zeigt die Uhr entweder 12:00 Uhr oder die zuletzt gespeicherte Zeit.